Financial PlanningLearningsAbout me

Meine unbekannten Seiten und meine Learnings

Egal, wie man es dreht und wendet: ich habe meinen sechzigsten Geburtstag bereits gefeiert. Und da hat man entweder viele Erfahrungen gesammelt. Oder ein ganz eintöniges und langweiliges Leben geführt.

Bei mir waren es viele Erfahrungen, in viele Bereichen und die Summe all dieser Erfahrungen hat mich natürlich geprägt.

Einige möchte ich hier gerne mit Euch teilen. Dabei geht es aber nicht nur um mich. Sondern ich möchte meine Follower besser kennenlernen. Und ich möchte vor allem meine „Lessons learned“ teilen. Es muss ja nicht jeder jeden Fehler selbst machen.

Manche der Themen scheinen auf den ersten Blick nichts mit Financial Planning und Controlling zu tun zu haben. Aber sie haben mich geprägt und mich zu dem Menschen werden lassen, der ich heute bin. Auch in meinem Business.

Heute bin ich, nach 10 Jahren Ernährungscoaching, wieder im Controlling gelandet. Wo ich eigentlich nicht mehr hinwollte, weil es mir zu langweilig geworden ist.

Ich habe oft im Nachhinein erst erkannt, wie wertvoll manche Erfahrungen sind, auch wenn ich manchmal dachte: was wäre passiert, hätte ich mich nicht so entschieden.

Eine gute Gelegenheit, diese Erfahrungen Revue passieren zu lassen und mir bewusst zu werden, dass ich bis jetzt ein spannendes Leben hatte. Und das auch in Zukunft haben möchte.

Wer weiß schon, was noch kommt….Alles ist möglich

Ballett oder Pferde? Es kam anders…

Ja, wenn ich ein Hobby hatte, dann zu 200%. Zuerst war es Ballett, dann die Pferde. Das mit der Lehrstelle zur Bereiterin hat sogar fast funktioniert – aber die Gestütsleiterin, eine echte Gräfin, hat mich zur Seite genommen und gesagt: „Mädchen, Du bist doch intelligent. Als Bereiterin bist Du Fußabtreter für jedermann. Und es gibt viele Arschlöcher unter den wohlhabenden Pferdebesitzern.“ Dafür bin ich ihr heute noch dankbar.

Rückwirkend muss ich erkennen, dass körperliche Bewegung mir immer schon wichtig war. Auch wenn ich Schulsport gehasst habe. Heute frage ich mich manchmal, was, wenn ich tatsächlich Reitlehrerin oder Balletttänzerin geworden wäre? Wo würde ich heute stehen? Oder wäre ich mit 40 berufsunfähig gewesen, weil beide Berufe doch sehr anstrengend für den Körper sind. Wenn man nichts anderes macht. (Hättest Du mir erzählt, dass ich mal im Controlling oder Financial Planning tätig sein werde, hätte ich Dich für verrückt erklärt.)

Heute, als Online-Unternehmerin, sitze ich die meiste Zeit des Tages.

Daher ist hier mein Learning: körperliche Bewegung ist für mich wichtiger denn je, schon allein, um den Kopf klar zu halten. Und um gesund zu bleiben

Mathematik? Nicht mein Ding

Und heute? Heute ist mein Motto: Financial Planning kann leicht sein. Nach 25 Jahren im Controlling weiß ich: es wird überall mit Wasser gekocht.

Mein erstes Studium war in BWL. Eigentlich hatte ich mit Mathematik immer auf Kriegsfuß gestanden und hatte größte Bedenken, ob ich die Klausuren überhaupt schaffe. Es war wohl eine Fügung des Schicksals (und eine längere Geschichte), dass ich im Rechnungswesen gelandet bin und tatsächlich die beste Zwischenprüfung im Fach Kostenrechnung hingelegt habe.

Ich war wohl auch gut, habe aber immer das Gefühl gehabt, ich muss mich richtig anstrengen. Besonders bei meiner 1. Doktorarbeit habe ich von Tag 1 alles getan, um in Statistik fit zu werden. Die Uni hatte einen Workshop im Jahr, im Mai, den Prof. Joseph Hair, ein Statistik- und Marketingguru, abhielt. Der Workshop war für Doktoranden im 3. Jahr Pflicht, aber ich hatte ihn bereits im 1. Und 2. Jahr besucht. Und Prof. Hair gestanden, dass ich mit Formeln auf Kriegsfuß stehe. Dann habe ich ein kleines Büchlein entdeckt, dass alles geändert hat: Statistics without tears“ (Derek Rowntree). Ein Buch, das die Basics erklärt, ohne eine einzige Formel zu benutzen. „Geht doch“, dachte ich. Und Prof. Hair hatte die Uni angeregt, dieses Buch, neben seinem eigenen Buch: „Multivariate Data Analysis“ (816 Seiten!) zur Pflichtlektüre zu machen.

Meine Learning oder meine Lektion:Es gibt nichts, was man nicht lernen kann. Auch wenn man es nicht immer sofort erkennt. Wenn Du auch echte Könner triffst, werden die immer in der Lage sein, Sachverhalte einfach zu erklären. Es sind die Schaumschläger, die Dir Fachbegriffe um die Ohren hauen, die sie wahrscheinlich selbst nicht verstehen.

3-Jahre Peking – Finanzen “out of a shoebox”

Mein Business Trip nach Peking oder Beijing war als 3 Wochen Entsendung geplant. Ein Kollege aus der Schweiz, der mich im Büro dort begrüßte, hat nur gelacht, als ich sagte, dass ich die nächsten 3 Wochen da bin.

„Bis dahin hast du dir vielleicht einen Stuhl organisiert. Wir sprechen in 3 Jahren nochmal darüber…“. 3-Jahre später, bei meinem Abschiedsessen, hat er mir das natürlich wieder aufs Brot geschmiert. Danke, lieber Cyrill. Und ich bin froh, dass ich so lange geblieben bin.

Meine Aufgabe: dort sicherstellen, dass die Finanzprozesse sauber dokumentiert sind und die Finanzplanung besser funktioniert. Es sollte eine ähnliche Controlling-Struktur oder Financial Planning & Analysis wie in Europa eingeführt werden.

Die Mitarbeiter in Peking waren durch unangenehme Überraschungen aufgefallen: plötzlich mussten 100 PCs für den Kunden angeschafft werden, aber ohne den entsprechenden Antrag vorab stand das Geld gar nicht zur Verfügung.

Als ich dann nach den Finanzreports fragte, reichte man mir einen Schuhkarton, mit vielen Quittungen. „Davon haben wir noch mehr, im Lagerraum…“ meinte Lucy, die mir als Assistentin zugeteilt war.

Im ersten Moment habe ich etwas Panik bekommen. Aber dann sind wir einen Schritt nach dem anderen gegangen. Ich musste erkennen, dass es tatsächlich ein System gab. Wenn auch sehr informell und kreativ.

3 Jahre später, hatten wir alles so organisiert, dass es auch für Außenstehende nachzuvollziehen war.

Learning: Jedes System, auch wenn es noch so chaotisch ist, ist besser als gar nichts. Solange es Leute gibt, die sich im Chaos zurechtfinden und bereit sind, in Zukunft mit etwas mehr System an die Finanzen dran zu gehen.  

Virtuelle Vorgesetzte – geht

Ich war die erste Führungskraft in unserer Firma, die virtuell gearbeitet hat

Anfang der 90er Jahre war ich die erste Mitarbeiterin in Deutschland, die an einen Vorgesetzten in England berichtet hat. Das war ein Riesenakt und ich hatte lange Diskussionen mit dem deutschen Betriebsrat.

5 Jahre später war es kein Thema mehr.

Genauso mit meinen Teams: nach meiner Rückkehr aus Peking, 1998, hatte ich 25 Mitarbeiter und nicht ein einziger war am gleichen Ort, wie ich. Das hat dann auch 1999 dazu geführt, dass ich überwiegend im Home-Office gearbeitet habe. Lange vor Lockdown und Corona. Allerdings waren in der Firma damals Reisen kein Problem, so konnten wir uns einmal im Quartal irgendwo in Europa oder in den USA treffen.

Dieser Ansatz hat meistens ausgesprochen gut funktioniert. Vor allem gab es irgendwo auf der Welt immer einen Kollegen, der im Notfall Aufgaben schnell übernehmen konnte. Allerdings kamen manche Mitarbeiter damit nicht klar. Sie bevorzugten eine Vorgesetzte im gleichen Gebäude, jemanden, den sie persönlich aufsuchen konnten, wenn es Probleme gab. Diese Mitarbeiter haben sich nach anderen Positionen umgesehen, die ihnen eher gelegen haben.

Durch den Kostendruck und, später, Einsparung von Reisekosten habe ich manche meiner direkten Mitarbeiter niemals persönlich getroffen.

Das sind die Erfahrungen, die mich geprägt haben. Und mich davon überzeugt haben, dass ich Online viel flexibler und fokussierter arbeiten kann.

Natürlich kann man nicht 1:1 von Offline zu Online wechseln. Einige Prozesse müssen angepasst werden und vor allem das Thema „Kommunikation“ braucht besondere Beachtung. Gerade im Bereich Financial Planning muss man bei Kommunikation via Telefon vorsichtig sein und Zahlen besser schriftlich übermitteln. Zahlendreher können teuer werden.

Meine Learning: virtuell arbeiten geht gut, auch ist es oft zu Beginn eine Umstellung ist. Und man alle Prozesse entsprechend so anpasst, dass alle Mitarbeiter sich mitgenommen fühlen.

Steuererstattung sinnvoll investieren

Nach dem China Aufenthalt habe ich meine komplette, in Deutschland abgeführte Lohnsteuer, zurückerhalten.

Ich war in Deutschland nicht steuerpflichtig, da ich die meiste Zeit in Peking war. In Peking war ich nicht steuerpflichtig, weil ich keine Aufenthaltsgenehmigung, sondern nur ein Geschäftsreisevisum hatte. Das war zu diesem Zeitpunkt ein Schlupfloch, von dem allerdings nicht einmal die Steuerexperten der Firma etwas wussten.

Da ich mit dem Geld etwas Sinnvolles anfangen wollte, habe ich davon mein Studium der Ernährungswissenschaften finanziert. Dafür habe ich mich für ein Jahr beurlauben lassen und wollte in den USA eigentlich nur ein paar Kurse belegen.

Es war nicht geplant, eine zweite Doktorarbeit zu schreiben. Mega viel Arbeit, vor allem, weil mein Sabbatical zu Ende ging.

Aber es hat so viel Spaß gemacht, dass ich keine Zeile bereue. Mein Thema war: „Menopause, Midlife Spread and metabolic typing, an empirical study of a popular approach“. Also damals schonBauch und Menopause, ein Fachgebiet, auf das ich mich später, in den 10 Jahren meiner Selbstständigkeit, spezialisiert hatte.

Lesson learned: Geld, das man in sich selbst und seine Entwicklung investiert, ist immer gut angelegt.

Krähe? Kann ich nicht

Ja, ich habe eine Yogalehrer-Ausbildung, habe aber nie eine ordentliche Krähe hinbekommen.

Die Ausbildung hatte ich gemacht, um meinen eigenen Stress besser in den Griff zu bekommen. Nicht unbedingt, um Yoga zu unterrichten. Aber damals war ich ziemlich ehrgeizig. Kopfstand und einige andere Asanas, die nicht unbedingt gut für mich waren, habe ich locker hinbekommen. Aber mit der Krähe stand ich immer auf Kriegsfuß.

Und weißt Du was? Ich habe heute gar nicht mehr den Ehrgeiz, alle Asanas zu können. Vor allem, seit ich erkannt habe, dass der eigene Knochenbau einen von einigen extremen Übungen abhalten kann.

Das ist mein Learning für mich und meine Kunden: wir sollten uns von zu hohen Ansprüchen frei machen. Gut ist immer gut genug und es muss niemals perfekt sein.

1994 – Murphys Law Jahr

Es gibt ein Jahr (1994), da lief es nicht rund: 2 Zahn-OPs, Autounfall, beim Spülen eine Glasschüssel zerbrochen und die Hand aufgeschlitzt.

Und dann das Heldenstück: ich habe mir meine Mikrowelle in die Luft gejagt und dabei eine Augenbraue aufgeschlitzt. Lange Geschichte und ich hatte Lachkrämpfe, auf dem Weg in die Klinik. Ich war als Schussverletzung angekündigt worden….An dem Tag war Herr Kohl in Koblenz und es hatte wohl Attentatsdrohungen gegeben. Aber, wie gesagt, sehr lange Geschichte.

Egal, was Du alles schon erlebt und probiert hast: das ist Geschichte und kann unter Erfahrungen abgespeichert werden. Gerade diese Unfälle, die alle glimpflich abgelaufen sind, nehmen die Angst vor dem Scheitern. Es kann immer noch schlimmer kommen, also sollte ich dankbar sein, dass ich mit ein paar Narben davongekommen bin.

Meine Lektion: Selbst die schlimmsten Erfahrungen können im Nachhinein eine Lektion sein: achtsam arbeiten und sich nicht zu viel aufbürden. Und oft sind diese Erfahrungen später gute Geschichten.

Ich liebe Pferde und Hunde

Ich wollte irgendwann mal, wenn es der Job erlaubt, ein Pferd und einen Hund haben. Das mit dem Reiten hat sich nach einer Bandscheiben OP erledigt. Aber ich hatte 2 Deutsche Doggen. Das schien mir ein fairer Kompromiss zu sein, obwohl es immer ein Balanceakt war. Als „alleinerziehende Hundemutter“ muss man recht flexibel sein und ein gutes Netzwerk haben. Aber es ist machbar, sogar mit 2 Riesenbabys.

Leider ist mein „Junge“ im November 2019 gestorben und Chica, meine Maus, wird auch bereits 9 Jahre alt.

Meine Lektion: jede Mutter, bei Zweibeinern wahrscheinlich noch mehr als mit Vierbeinern, weiß, worauf sie sich einlässt. Aber in der heutigen Zeit, mit Home-Office und der Option, Online zu arbeiten, geht vieles, was vor 20 Jahren kaum machbar war.

Prioritäten setzen – egal welche

Ich bin nicht verheiratet, war es nie und habe keine Kinder. Irgendwie hat es nie gepasst und irgendwann wollte ich keine Kompromisse mehr eingehen.

Was dabei sehr schade ist: viele Freundschaften schlafen ein, weil man als alleinstehende, berufstätige Frau immer misstrauisch beäugt wird. Aber auch umgekehrt habe ich es erlebt: Frauen, die sich bewusst für die Rolle als Mutter entschieden haben, werden von manchen Business-Frauen müde belächelt. Beides kein guter Ansatz und wir sollten andere Lebensentwürfe akzeptieren.

In meiner Angestelltenzeit hatte ich oft teilzeitarbeitende Mütter im Team, die fast immer sehr organisiert waren und einen überdurchschnittlich gute Arbeit geleistet haben. Da war ich als Vorgesetzte gerne flexibel, wenn es die Situation erfordert.

Meine Lektion: vieles ist möglich, wenn Frauen arbeiten wollen, auch wenn sie Kinder haben. Warum keine Führungsrolle in Teilzeit? Job Sharing in einer Management Position? Firmen, die da nicht mit der Zeit gehen, werden das Nachsehen haben.

Es ist nie zu spät zur Umkehr

Ich habe zwischen meinem 16. Und 38. Lebensjahr geraucht. Aber richtig! Bis zu einer Schachtel am Tag. Ich habe mich zwar damals schon gesund ernährt und Sport getrieben. Bei einer Untersuchung hat der Arzt den Kopf geschüttelt, weil laut seiner Software mein Risiko an Herz Kreislauferkrankungen zu sterben, geringer war als beim Durchschnitt.

Das Lungenkrebsrisiko war natürlich da und wie wohl jeder Raucher, war mir sehr wohl klar, dass ich mir selbst etwas vormache. Die Eitelkeit hat mich dann überzeugt: Raucherinnen altern schneller. Da habe ich den kalten Entzug gemacht.

Hier habe ich eigentlich gleich mehrere Lektionen gelernt: ich kann mich selbst belügen, aber nicht meinen Körper. Ich habe es geschafft, eine Sucht allein zu besiegen. Es gibt bessere Methoden (viel bessere!) um mit Stress umzugehen.

Ich bin kamerascheu

Auf meiner ersten Website gab es EIN kleines Foto von mir.

Videos? Der ultimative Horror. Schon in meinem Controlling Job habe ich nicht gerne im Mittelpunkt gestanden. Ich habe mich sehr unwohl gefühlt, als ich 3 Jahre hintereinander auf einer großen Konferenz auf Hawaii (Oahu, Maui und Big Island, um genau zu sein) Präsentationen geben „musste“. Die Location war traumhaft und nur dafür habe ich mich überwunden.

Heute, als selbstständige Beraterin, MUSS ich sichtbar sein. Und finde es nicht mehr so schlimm. Von mir wirst Du wahrscheinlich nie tägliche Selfies in allen Lebenslagen finden. Das liegt aber eher daran, dass ich meine Arbeit und das, was ich für Online-Unternehmerinnen tun kann, in den Mittelpunkt stelle.

Wenn ich vor die Kamera trete, bin ich es meinen Zuschauern schuldig, etwas Sinnvolles abzuliefern. Und ich kann es inzwischen gut aushalten, wenn manche Zuhörer meinen, ich rede zu viel. Oder dass ich einen anderen Haarschnitt, ein anderes Make-up bräuchte. Oder doch Etuikleider tragen sollte. WTF, das ist (meistens) übergriffig und ich verbitte mir so etwas. Es gibt durchaus Frauen, die im Bereich Stylecoaching unterwegs sind und die ich toll finde. Wenn ich Inspiration brauche, frage ich die.

Meine Lektion, die wohl jede Online-Unternehmerin lernen muss: sich zeigen kostet erst einmal Überwindung, wird aber mit fortschreitender Routine immer leichter. Und lasse Dich niemals in eine Rolle drängen, in ein Outfit stecken, in dem Du Dich nicht wohl fühlst.

Vielleicht hast Du ja Lust, mich besser kennenzulernen und, wenn Du Online-Entrepreneur bist, mit mir zu arbeiten. Mit meinem Newsletter bist Du immer auf dem neuesten Stand über meine Kurse und Angebote.

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